Konzept

Konzeption
Schülerladen KOMET e. V.

1. Träger
Der Träger des Schülerladens ist der Elterninitiativverein Komet e. V.

2. Lage der Einrichtung und soziales Umfeld
Der “Schülerladen Komet e. V.” befindet sich in der Templiner Straße 15, im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg, einem ursprünglichen Arbeiterbezirk, der inzwischen größtenteils saniert wurde. Im Umfeld leben viele junge Familien.
In unmittelbarer Nähe der Einrichtung befindet sich der Teutoburger Platz; weitere Spielplätze sowie eine größere, zusammenhängende Parkanlage sind über einen 10-minütigen Fußweg zu erreichen.
Der Schülerladen hat eine Kooperation mit der nahe gelegenen Grundschule am Teutoburger Platz. Alle Kinder im Schülerladen besuchen diese Schule.
Für die Kinder ist der Schülerladen sehr einfach zu erreichen, da er in derselben Straße liegt wie die Schule. Selbst Erstklässler sind nach kurzer Zeit in der Lage, ihn eigenständig nach der Schule aufzusuchen, da nur eine wenig befahrene Nebenstraße zu überqueren ist.

3. Öffnungszeiten
Die Kernöffnungszeit des Schülerladens ist von 11:00-17:00 Uhr, in den Ferien von 9:00-16:00 Uhr.
Mit schriftlicher Erlaubnis oder nach persönlicher Absprache der Eltern mit den Erziehern, dürfen die Kinder den Heimweg auch selbstständig antreten.
Die Ferienschließzeiten werden gemeinsam von Vorstand, Erziehern und Eltern festgelegt.

4. Die Räumlichkeiten
Der Verein ist der Mieter der Räume, die in Eigeninitiative aller Beteiligten gestaltet und eingerichtet wurden. Die Eltern zeigen sich in Absprache mit den Erziehern für die Instandhaltung der Räume verantwortlich.

Im Schülerladen stehen fünf Räume, Garderobe, Küche und Bäder zur Verfügung:
– Der Hausaufgabenraum wird auch als Bastel- und Werkraum genutzt.
– Im Mehrzweckraum wird gemeinsam gegessen, gespielt, gemalt, gefeiert etc.
– Im Freispielraum (Bauraum) kann gespielt, gelesen und vorgelesen werden.
– Im Turnraum darf es lauter und wilder zugehen. Hier wird Ball gespielt, geklettert, getobt etc.
– Der Ruheraum kann von den Kindern “gemietet” werden. Dort können sie sich allein oder in kleineren Gruppen zurückziehen, um zu kuscheln, Hörspiele zu hören, zu malen, zu spielen etc.
– Im Eingangs- und Flurbereich befindet sich die Garderobe. Sie hat auch einen informativen Charakter: An einer Magnetwand können Eltern und Kinder wichtige Informationen zu besonderen Angeboten, Festen, Ausflügen, Ferienplanungen oder Projekten nachlesen.
– Der Büro- bzw. Medienraum wird auch für Elterngespräche genutzt.

5. Gruppenzusammensetzung
Der Schülerladen öffnete am 1. April 2003 mit einer Gruppe von 15 Kindern. Seitdem wurden kontinuierlich weitere Kinder aufgenommen – mittlerweile werden 30 Kinder betreut. Die Kinder besuchen die Klassen 1 bis 5, sind also fünf bis zehn Jahre alt. Es wird darauf geachtet, dass etwa gleich viele Jungen und Mädchen in der Gruppe vertreten sind.

6. Mitarbeiter_innen
Der Verein beschäftigt drei Erzieher_innen (z. Zt. zwei Frauen und einen Mann) zu je 75 % und darüber hinaus zwei Aushilfskräfte als Ferienvertretung, für gezielte Projekte oder für den Krankheitsfall. Alle Mitarbeiter_innen arbeiten in gleichberechtigter Weise zusammen. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Zu Beginn jeder Woche findet eine Teambesprechung statt, in der die Pläne für die kommenden Tage besprochen werden. Das Team nimmt regelmäßig eine Supervision in Anspruch.

7. Ausgangssituation und Grundidee der pädagogischen Arbeit
Mit dem Schuleintritt beginnt für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt. Nicht nur der Tagesablauf, sondern auch die Bedürfnisse und Anforderungen an die Kinder (z. B. die Selbstständigkeit und Konzentrationsfähigkeit) verändern sich. Darum hat der Schülerladen einen anderen Stellenwert als der Kindergarten.
Der Schülerladen stellt einen geschützten Raum dar,  in dem die Kinder Entspannung und Ausgleich nach der Schule finden. Er gibt den Rahmen, um soziale Kontakte zu knüpfen und ermöglicht soziales Lernen. Dies schließt das Zusammensein mit Gleichaltrigen sowie mit jüngeren und älteren Kindern und das Pflegen und Unterstützen von Freundschaften ein.
Unser vorrangiges Ziel in der pädagogischen Arbeit ist, die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Kinder zu fördern und sie so auf ein Leben nach dem Schülerladen vorzubereiten. Die Kinder sollen durch das Einüben demokratischer Umgangsformen zu selbstständigen und eigenverantwortlichen Menschen herangebildet werden. Sie lernen ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, zu artikulieren und innerhalb einer Gruppe – mit Rücksicht auf das Wohl aller – einzufordern. Vor diesem Hintergrund wurde das “Wablu”, eine Art Kinderparlament, eingerichtet. Das Wort “Wablu” wurde von den Kindern als besonders schöne Bezeichnung für die Versammlung ausgewählt. Es handelt sich dabei um eine Gesprächsrunde der Kinder und Erzieher_innen, in der die Anliegen aller diskutiert und bei Bedarf demokratisch abgestimmt werden. In dieser Runde wird auch ein Teil der für alle verbindlichen Regeln gemeinsam entwickelt und dann per Mehrheitsbeschluss abgestimmt.

7.1 Tagesablauf

Vormittags ab 11:00 Uhr: Die Vormittagsstunden (bis die ersten Kinder in den Laden kommen) nutzen die Erzieher_innen unter anderem für folgende Tätigkeiten:

  • Vor- und Nachbereitung der Arbeit
  • Elterngespräche
  • Teamsitzung (ggfls. gemeinsam mit Vertretern des Vorstandes)
  • Angebote und Projekte vorbereiten
  • Supervision

Mittagessen: Die Erzieher_innen wählen im Vorfeld aus zwei Angeboten eines Essenslieferanten ein Essen aus. Sie orientieren sich an den Vorlieben der Kinder, achten hierbei aber auf Abwechslungsreichtum und Ausgewogenheit der Ernährung. Das erste Mittagessen gibt es um 13:00 Uhr. Um 14:00 Uhr gibt es eine zweite Essenszeit. Im Schülerladen wird eine angenehme Essensatmosphäre angestrebt. Die Kinder sitzen in kleineren Gruppen am Tisch und nehmen sich das Essen selbst. Durch das Vorleben guter Tischmanieren wollen wir erreichen, dass die Mahlzeiten wertgeschätzt werden.

Hausaufgaben: Ziel ist, dass die Kinder ihre Hausaufgaben weitestgehend eigenverantwortlich erledigen. Die Erzieher_innen stehen ihnen dabei unterstützend zur Seite. Die Hausaufgaben werden in der Regel im Hausaufgabenraum angefertigt, in dem zu dieser Zeit keine anderen Aktivitäten stattfinden dürfen. Die Eltern sprechen mit den Erzieher_innen ab, an welchen Tagen ihre Kinder die Hausaufgaben im Schülerladen machen sollen.

Freispiel/Nachmittagsangebote: Das Freispiel nimmt den größten Teil des Schülerladen-Alltags ein. Die Kinder haben den Raum und die Zeit, sich nach der Schule selbstbestimmt zu erholen. Hierbei können die Kinder ihren eigenen Ideen nachgehen, Rollenspiele entwickeln oder auf das vielfältige Bastelmaterial der Einrichtung selbstständig zurückgreifen. Hierbei entwickeln sich mitunter Spiele, die dann von den Erzieher_innen aufgegriffen und als größere Projekte installiert werden (Zirkusaufführung, Revue, Kunstausstellung). Das Freispiel bietet den Kindern die Gelegenheit, sich selbst zu behaupten, eigene Grenzen abzustecken, sowie ihre Rollen in der Gruppe zu erfahren. Sie lernen dabei zunehmend, ihre Konflikte selbst zu lösen. Im Bedarfsfall können sie auf die Hilfe der Erzieher_innen zurückgreifen. Den Erzieher_innen bietet das freie Spiel der Kinder die Möglichkeit, durch wachsames Beobachten die Interessen und Probleme der Kinder zu erkennen und diese bei der Planung von Projekten und Angeboten zu berücksichtigen.

Im Schülerladen wird viel vorgelesen und es gibt einen Büchertisch, auf dem regelmäßig die neu ausgeliehenen Bücher aus der Bibliothek ausgelegt werden. Darüber hinaus bieten die Erzieher_innen in regelmäßigen Abständen künstlerische, handwerkliche und sportliche Projekte an (Bereiche: Kunst, Theater, Musik, Tanz, Film). Ziel ist es hierbei, die kognitiven, motorischen sowie sozialen Fähigkeiten der Kinder in gruppendynamischen Prozessen zu fördern und zu entwickeln. Die Kinder entwickeln hierbei eigene Ideen und üben sich darin, andere für ihr Vorhaben zu begeistern. Sie üben sich darin, zu kooperieren, sich in altersgemischte Gruppen einzuordnen, sowie Hilfe anzubieten und anzunehmen.

8. Zusammenarbeit mit den Eltern

Den Erzieher_innen ist ein regelmäßiger Austausch mit den Eltern sehr wichtig. Möglichkeiten hierzu bestehen in der Abholsituation, an den Elternabenden oder bei Entwicklungsgesprächen. Aber auch die Zeit von 11:00-12:00 Uhr ist in der Regel gut geeignet, an die Erzieher_innen mit Fragen, Anmerkungen oder Kritik heranzutreten. Es ist vorgesehen, dass die Erzieher_innen mindestens einmal pro Jahr mit den Eltern ein Entwicklungsgespräch führen. Hierbei wird über das Verhalten und die Entwicklung des jeweiligen Kindes gesprochen. Auch lernen die Erzieher_innen hierbei die häuslichen bzw. familiären Gegebenheiten des Kindes besser kennen und sind dann in der Lage, diese bei der Arbeit zu berücksichtigen.

Zur besseren Transparenz und Kommunikation findet in der Regel einmal im Monat ein Team-Vorstands-Treffen statt, bei dem gegenseitige Anliegen und anstehende Aufgaben und Projekte, aber auch aktuelle Probleme thematisiert werden.

In regelmäßigen Abständen werden Elternabende organisiert. Hier berichten die Erzieher_innen vom Leben im Schülerladen, informieren die Eltern über anstehende Projekte, Feste und Aktionen und diskutieren mit den Eltern bei Bedarf über Abläufe und Pädagogik der Einrichtung.

Einmal im Monat findet an einem Freitagnachmittag ein Ausflug bzw. ein anderes Event statt: z. B. Theateraufführungen, Disco, Ausstellung etc. Einmal im Quartal wird ein Eltern-Kind-Ausflug organisiert.

9. Schülerladenreise

In den Sommerferien unternimmt der Schülerladen mit allen Kindern eine drei- bis viertägige Schülerreise. Ziel ist es hierbei vor allem, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe zu stärken. Durch die Reise ergibt sich die Möglichkeit, dass sich die Kinder untereinander besser kennenlernen. Das Vertrauen zwischen Kindern und Erzieher_innen sowie der Kinder zueinander, kann wachsen und gefestigt werden. Die Kinder schätzen an der Reise besonders die zumeist ländliche Umgebung, wie auch die naturbezogenen Spiele und Aktivitäten (etwa Rudern, Reiten, Baden).